Der Farbsockel ist Verschmelzung von Malerei und Skulptur. Er ´verkörpert` die Einheit von Farbe und Träger, von Farbigkeit und Dinghaftigkeit, ist eine Demonstration nach einer Transformation.
Aus dem flachen Bild ist nacheinander das dicke Bild, das Bildobjekt und der hängende Farbkasten(Box) geworden, der nun als Sockel für Farbe zum Stehen kommt, eindeutig skulptural. Als Raum im Raum ist er Architektur, architektonisches Modul und Installation.
Die in vielen Schichten aufgetragene, auf Oberflächenreiz zielende Malerei findet auf der idealisierten Ebenen der Begegnung von Händen und Augen, nämlich in handelsüblicher Arbeitshöhe (etwa 85 cm) von Haushaltsgegenständen wie Spüle, Waschmaschine, Kühlschrank u.a. statt.
Sie bietet sich horizontal, liegend, als glatte, perfekt gestaltete, glänzende Fläche an und an den Seiten tropfend, der Schwerkraft folgend, sich selbst malend.
Die Gewissheit des Erkennens wird unterlaufen und das irritierte Auge braucht den Tastsinn und die räumliche Erfahrung. Und doch scheint sich die manifeste Farbskulptur nach allen Seiten und Denkrichtungen hin aufzulösen, weil sie ein dauerndes `So-wohl-als-auch´ als Prinzip provoziert. Sie verrätselt sich in laufender dialogischer Selbstdarstellung, Fragen und Verweise werden pingpong-artig in sie als System zurück gespielt, einzig, um doch nur über sich als Einheit Auskunft zu geben.